Tierrettung - Hamm n.e.V.   (e.V.  in Vorbereitung)
als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt

 Wildvögel

Wildvögelseite

Diese Seite soll eine kleine Orientierungshilfe für alle Tierschützer und Vogelfreunde werden und helfen Fehler mit Wildvögeln in unseren Breiten zu vermeiden. Viel zu viele Tiere, gerade Jungvögel, werden viel zu häufig unnötig in menschliche Obhut genommen, weil man glaubt ihnen Helfen zu müssen. Das ist aber nicht immer der Fall. Falsch verstandene und übertriebene Tierliebe kann diesen Tieren auch das Leben kosten.

Fütterung von Wildvögeln im Winter

Sobald es kühler wird und die Blätter fallen glauben viele Menschen, sie müssten den Vögeln helfen durch den Winter zu kommen und beginnen mit der Fütterung. Doch es gibt einiges zu beachten:

Der Zeitpunkt:
So sollte man nicht immer füttern, sondern wirklich nur dann, wenn der Boden hart gefroren und von einer durchgehenden Schneedecke bedeckt ist. Nur dann können unsere einheimischen Wildvögel keine Nahrung, wie Beeren und Würmer mehr finden. Alles andere schadet den Tieren, sie "verlernen" schnell ihr natürliches Verhalten bei der Futtersuche, bieten möglicherweise eine leichte Beute für Katzen an der Futterstelle und die Bewegung bei ihrer natürlichen Futtersuche schützt die Vögel vor dem Erfrieren.
Am Besten füttert man früh am Morgen und am Nachmittag. Keinesfalls sollte im Frühjahr noch gefüttert werden, da die Eltern ihre Jungen mit dem für sie leicht zu findenden Fertigfutter voll stopfen und nicht mit Insekten, Würmern, Spinnen, etc. Dies führt zu Mangelerscheinungen, Entwicklungsschäden und sogar zum Tod der Jungen.

Das Futter:
Auch beim Futter kann man den Tieren mehr schaden, wie nutzen. Das wohl am Besten geeignete Futter ist das gekaufte Fertigfutter aus dem Zoofachgeschäft oder der Zooabteilung. Es enthält eine für unsere heimischen Tiere geeignete Zusammensetzung. Auch einheimische Obstsorten und Früchte sind bedingt geeignet. Doch Vorsicht: Auch sie können gefrieren! "Exotische" Früchte, wie z.B. Zitronen, Orangen oder Ananas, sind, genauso wie Essensreste, ungeeignet. An den Gewürzen, Salze und Säuren darin können die Vögel sterben.

Die Futterstelle:
Die Futterstelle sollte sicher sein vor den Fressfeinden, z.B. den Katzen. Ebenso sollte sie sauber gehalten werden, da sich sonst, z.B. in einem Vogelhaus, Bakterien ansammeln. Empfehlenswert sind daher "Meisenknödel" oder Futterglocken, da hier die Vögel ihre "Hinterlassenschaften" nicht auf dem Futter für die anderen Vögel hinterlassen. Falls möglich sollten mehrere kleine Futterstellen, statt einer großen angeboten werden, da bei einem großen Futterplatz die schwächeren Tiere von den stärkeren verjagt werden. Die Vögel fliegen zwischen den Futterstellen hin und her und haben damit auch die nötige Bewegung um nicht zu erfrieren.

Schwache oder verletzte Tiere:
Ein schwaches oder verletztes Tier sollte man nicht mit ins Haus nehmen, sondern am besten zu einem Tierarzt, oder je nach Zustand des Tieres  ins Tierheim oder zu Vogelexperten bringen. Dort weiß man, wie man verfahren muss. Bei relativ kurzen "Aufenthalten" könnte das Tier den Temperaturunterschied nicht überleben und bei längeren Aufenthalten in menschlicher Obhut müssen die Tiere erst wieder ausgewildert werden.

Das Wichtigste für den Erhalt unserer Vogelwelt ist jedoch der Erhalt und das Wiedererschaffen von natürlichen Lebensräumen für die Tiere. Das Füttern zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Futter kann ihnen lediglich den qualvollen Hungertod ersparen.