Der Igel - ein Wildtier
eines der ältesten Säugetiere
der Welt
Häufig werden gerade im Herbst
Igel gefunden. Manche brauchen Hilfe, manche aber auch nicht. Es
gibt auch hier viel zu beachten, denn man kann den Tieren auch
mehr schaden wie nutzen:
Der Igel ist ein nachtaktives Tier
und ein Einzelgänger mit einem großen Revier, welches er nur
wenn nötig verlässt. Er ernährt sich von Insekten, Larven,
Schmetterlingen, Würmern, Spinnen und sogar Schnecken. Ist er
gesund und erwachsen wiegt, je nach dem ob Männchen oder Weibchen
zwischen 800-1600 Gramm. Igel können 8 Jahre alt werden,
jedoch werden sie in der Regel aufgrund der Einflüsse des
Menschen (Autos, Traktoren, etc.) nicht so alt und ist deshalb
auch der größte Feind der kleinen Stachelträger.
Der Igel steht unter Naturschutz.
Ein gesunder Igel darf also nicht der Natur entnommen werden, da
dies ausdrücklich verboten ist. Nur ein kranker oder verletzter
Igel, oder ein verlassenes Jungtier, das ohne Hilfe nicht überleben
könnte, dürfen "mitgenommen" werden. Doch Vorsicht:
Nicht jedes Jungtier ist gleich verlassen! Man muss sich deshalb
zuerst einmal auf beobachten beschränken, da häufig die Mutter
später wieder zurückkommt.
Ein der Natur entnommenes Tier
sollte aber sofort zu einem Tierarzt oder einer Igelauffangstation
(z.B. im Tierheim oder Igelfreunde) gebracht werden. Diese können
den Igel untersuchen und Tips geben, was mit dem Igel weiter zu
machen ist (z.B. Behandlung gegen Würmer und andere Parasiten,
Aufbauspritze, etc.).
Einem Igel, der im November unter
500 Gramm wiegt sollte man dringend mit dem Bereitstellen von
Futter helfen, sein "Überwinterungsgewicht" zu
erreichen. D.h. ist er zwar gesund, aber zu mager, sollte man ihn
nicht mitnehmen, da er sich sonst erst wieder draußen eingewöhnen
muss. Man sollte ihm stattdessen regelmäßig Futter anbieten,
denn der Igel braucht etwas Winterspeck, um seinen Winterschlaf in
aller Ruhe beginnen zu können.
Eine Futterstelle für Igel sollte
vor anderen hungrigen Tieren, z.B. Katzen und Vögeln, geschützt
sein. Hierzu kann man z.B. im Garten ein kleines Häuschen
hinstellen und darin dann das Futter. Als Nahrung eignet sich
Katzenfutter (Trocken- oder Dosenfutter), angebratenes
Rinderhackfleisch oder gekochtes Geflügelfleisch. Auch
hartgekochte Eier und Rührei frisst ein Igel. Igel fressen kein
Obst und Gemüse! Etwas Weizenkleie, Haferflocken oder
Igeltrockenfutter (im Handel erhältlich) können wegen der
Ballaststoffe untergemischt werden. Das Futter sollte immer etwa
Zimmertemperatur haben und nicht aus dem Kühlschrank kommen sein.
Der Igel darf niemals gewürzte Speisen oder rohes Fleisch oder
rohe Eier bekommen!
Zum Trinken ist Wasser geeignet. Wer
dem Igel was besonderes bieten will kann auch laktosereduzierte
Katzenmilch aus dem Zoogeschäft anbieten, aber keinesfalls (!)
normale Milch, denn daran kann der Magen und Darm des Igels
erkranken.
Als Unterschlupfmöglichkeit für
einen Igel bieten sich Holz-, Laub bzw. Reisighaufen an. Ein
reiner Laubhaufen ist allerdings ungeeignet, da das Laub zusammenfällt
und der Igel erfrieren würde. Hecken und Sträucher dienen als
Versteck.
Sollte man doch mal einen Igel
intensiver pflegen müssen, so noch ein paar Tips zur Beachtung:
Igel sind Wildtiere und brauchen
viel Platz, also ein großes "Gehege", da sie einen sehr
starken Bewegungsdrang haben.
Sie sind nachtaktiv, d.h. sie dürfen
tagsüber nicht gestört werden.
Dem Igel eine wärmeisolierte
Unterlage und ein Schlafhaus bieten und die Umrandung des Geheges
min. 50 cm hoch bauen. Igel können nämlich auch aus dem Stand
recht hoch springen!
Der Igel darf nicht kurz vor dem
Wintereinbruch nicht mehr wieder ausgesetzt werden sondern erst im
Frühjahr, braucht aber trotzdem Gelegenheit zum Winterschlaf.
Daher sollte er dann kühler (kälter als 6 Grad Celsius)
untergebracht werden, darf aber keinen Frost bekommen, d.h. sein
Unterschlupf sollte ausreichend und gut gedämmt sein. Der Igel
sollte regelmäßig kontrolliert werden und trotzdem täglich
frisches Wasser und etwas Futter bereitgestellt bekommen, für den
Fall, dass er aufwacht.
Während des Winterschlafes schränkt
der Igel seine Körperfunktionen stark ein. Er atmet kaum noch und
seine Körpertemperatur sinkt stark ab. Er verliert während des
Winters bis zu 30% seines Gewichtes.
Der Winterschlaf wird etwa im März/April
beendet. Jetzt braucht der Igel wieder kräftig Futter und sollte
nach draußen in ein Freigehege. Hier soll er sich wieder daran
gewöhnen Futter zu suchen und seine Muskulatur zu stärken.
Sofern der hochgepäppelte Igel
keiner menschlichen Hilfe mehr bedarf muss er wieder an seinen
Fundort gebracht werden oder, sofern das nicht möglich ist, in
die unmittelbare Nähe des Fundortes. Igel sind sehr ortsgebunden
und haben ein Revier, in dem sie bereits alles vorfinden, was sie
zum Überleben benötigen. Deshalb würde der Igel immer wieder
sein Revier suchen, umherirren und dabei vielleicht überfahren
werden.
Wer einen Garten besitzt kann den
Igeln Büsche und ein Haufen Reisig als Unterschlupf bieten und
auch das Laub sollte ruhig mal liegen gelassen werden. Vorsicht
ist dann besonders beim Rasenmähen geboten.