Myxomatose
und hämorrhagische
Krankheit (RHD) sind
gefürchtete Viruskrankheiten
des Kaninchens. Diese Seuchen
werden immer wieder von
Wildkaninchen auf Hauskaninchen
verschleppt. Die Übertragung
erfolgt durch Stechmücken, aber
auch direkt von Tier zu Tier
oder mit verseuchten Gegenständen.
Der
Ansteckungsgefahr ist nur durch
Vorbeuge zu entgegnen.
Wichtigste Maßnahme ist die Schutzimpfung,
die gegen beide Infektionen möglich
ist. Die regelmäßige Impfung
der Kaninchen ist ein Gebot
verantwortungsvoller
Tierhaltung.
Die
Myxomatose
Die
Myxomatose oder Kaninchenpest
wird durch das Myxom-Virus
verursacht, das zu den
Pockenviren gehört. Die
Myxomatose stammt aus Südamerika
und gelangte anfangs der 50er
Jahre nach Frankreich. Sie
breitete sich rasch in Süd- und
Mitteleuropa aus und hält sich
seitdem als bodenständige
Seuche in der
Wildkaninchen-Population.
Die
Hauptüberträger vom Wild- auf
das Hauskaninchen sind Stechmücken.
Beim Blutsaugen nehmen sie das
Virus bei einem Tier auf und übertragen
es auf andere. Deshalb hängt
das Krankheitsgeschehen vom
jahreszeitlichen Auftreten der
Insekten ab. Das
Infektionsrisiko ist in den
warmen Monaten besonders hoch.
Ähnlich
wie bei Stechmücken erfolgt die
Verbreitung auch durch den
Kaninchenfloh. Er springt von
Tier zu Tier und findet nicht
nur ideale Bedingungen im
Wildkaninchenbau, sondern macht
auch vor dem Maschendraht von Außengehegen
nicht halt. Selbstverständlich
stecken sich Hauskaninchen auch
direkt bei ihren wildlebenden
Artgenossen durch infektiöses
Nasen- und Augensekret an.
Weiterhin ist noch die indirekte
Übertragung von Bedeutung z. B.
durch verseuchtes Grünfutter
und Schuhwerk.
Eine
Woche nach Ansteckung treten die
typischen Symptome der
Myxomatose auf. Dies sind
schwere Entzündungen mit
Schwellungen und
schleimig-eitrigen Absonderungen
im Augen-Nasen-Lippen- und
After-Genital-Bereich.
Geschwulstartige, teigige bis
derbe Hautverdickungen treten in
der gesamten Kopfregion auf
("Löwen- oder
Nilpferdkopf"), besonders
am Ohrgrund und an den
Ohrmuscheln.
Der
ganze Körper kann mit
Hautknoten übersät sein. Bei
schwerem Verlauf sterben die
Tiere nach ein- bis zweiwöchigem
Siechtum an völliger
Abmagerung, Erschöpfung oder
Lungenentzündung. Die
Sterberate kann in einem empfänglichen
Bestand bis zu 100 % erreichen.

"Löwenkopf"
bei Myxomatose,
Folge
schwerster Entzündungen und
Schwellungen im Kopfbereich
Bei
milderem Verlauf sind die
Symptome weniger dramatisch. Die
Genesungsrate nimmt zu. Manchmal
gleicht die Myxomatose eher
einem Schnupfen und geht mit
Problemen bei der Fortpflanzung
einher. Züchter klagen über
schlechte Fruchtbarkeit bei den
Häsinnen und eine erhöhte
Sterblichkeit der Neugeborenen.
Die
hämorrhagische Krankheit (RHD)
oder "China-Seuche"
1984
kamen erste Berichte aus China
über eine vorher unbekannte
Kaninchenseuche: die
hämorrhagische Krankheit, auch
als Rabbit Haemorrhagic Disease
bezeichnet (RHD). Nach kaum drei
Jahren war sie über Osteuropa
in Deutschland angekommen. Als
Erregerreservoir - es handelt
sich um ein sogenanntes
Calici-Virus - kommen
unauffällig erkrankte oder
wieder genesene Wild- und
Hauskaninchen in Betracht. Die
Möglichkeiten der Übertragung
durch Stechfliegen und Flöhe,
Belecken und Beschnuppern sind
praktisch gleich wie bei der
Myxomatose. Die indirekte
Übertragung mit Grünfutter,
Einstreu, Haaren und Kot ist
besonders bedeutsam, weil der
Erreger tage- bis wochenlang
ansteckungsfähig bleibt.

An
RHD erkranken nur Kaninchen, die
über 2 Monate alt sind. Zwei
bis drei Tage nach der
Ansteckung kommt es zu Symptomen
unterschiedlicher Ausprägung
und Schwere. Die Infektion kann
bereits nach 1/2 bis 1 Tag zum
plötzlichen Tod führen, ohne
dass vorher besondere
Krankheitsanzeichen aufgetreten
sind. Vielfach sterben die Tiere
innerhalb von 3 Tagen, sind
vorher stark benommen, bluten
schaumig aus der Nase, biegen
den Kopf zurück und zeigen
zwanghafte Kreisbewegungen. Es
sind auch chronische, wenig
auffällige Erkrankungen
bekannt. Lediglich Aktivität
und Futteraufnahme lassen
vorübergehend nach. Manchmal
wird auch hechelnde Atmung
beobachtet. Nach 2 bis 3 Tagen
gesunden diese Tiere wieder,
können den Erreger aber nach
wie vor ausscheiden. Sie bleiben
dadurch eine ständige Gefahr im
Bestand.
Wie
kann das Kaninchen vor
Myxomatose und RHD geschützt
werden?
Gegen
die Erreger von Myxomatose und
hämorrhagischer Krankheit gibt
es keine Medikamente. Der
Tierarzt kann lediglich
versuchen, den Krankheitsverlauf
zu mildern und zusätzliche
Infektionen mit Bakterien
vorzubeugen. Bei akutem Verlauf
sind diese Maßnahmen jedoch
selten erfolgreich.
Nur
durch gezielte Vorbeuge ist den
beiden Infektionen beizukommen.
Maßnahmen wie Verzicht auf
Futter aus dem Freiland, keine
Haltung im Freigehege, Anbringen
von Fliegengittern,
Einschränkung des
Besuchsverkehrs, Quarantäne
für zurückkehrende
Ausstellungstiere sowie
Desinfektion sind unumgänglich,
aber nicht ausreichend. Sie
müssen mit der aktiven
Schutzimpfung kombiniert werden,
die der Tierarzt durchführt.
Für
Ausstellungstiere ist die
Impfung gegen RHD in der Regel
vorgeschrieben und die Impfung
gegen Myxomatose empfohlen. Am
besten wird immer gleich der
ganze Bestand geimpft.
So
funktioniert das Impfverfahren
gegen Myxomatose und RHD
Ziel
der Impfung ist es, bei
Kaninchen eine körpereigene
Abwehr (Immunität) aufzubauen,
ohne dass die Tiere die
Infektion selbst durchmachen
müssen. Die vorbeugende
Schutzimpfung kann mit
bestimmten Impfstoffen sogar
zeitgleich vorgenommen werden
(getrennte Impfspritzen). Beim
Impfverfahren wird unterschieden
zwischen
- Grundimmunisierung,
also dem erstmaligen
Aufbau des Impfschutzes, und
- Wiederholungsimpfungen,
die zur Aufrechterhaltung
der Immunität erforderlich
sind.
Üblicherweise
wird der Impfschutz mit der
Erstimpfung im Alter von 8
Wochen aufgebaut. Bei besonderem
Infektionsdruck, z. B. in stark
verseuchten Landstrichen, wird
der Tierarzt zu einem früheren
Impfbeginn schon ab der 4.
Lebenswoche mit einer
Anschlussimpfung im Alter von 8
Wochen raten.
Der
Impfschutz gegen Myxomatose
beträgt ca. 6
Monate. Mit einer
Frühjahrsimpfung können die
Tiere über die Zeit des
größten Ansteckungsrisikos
geschützt werden. Gegen RHD
hält der Impfschutz ein
Jahr. Für Bestände, aus
denen Kaninchen an Ausstellungen
teilnehmen, muss die
rechtzeitige Auffrischung vor
Beginn der Ausstellungssaison
beachtet werden.
Das
Risiko einer Infektion mit
Myxomatose und hämorrhagischer
Krankheit (RHD) besteht für
alle Hauskaninchen. Für einzeln
gehaltene Streicheltiere wie
auch für ganze Hobbyzuchten.
Gegen diese Bedrohung richtet
sich die aktive Schutzimpfung.
Ihre Tierärztin oder Ihr
Tierarzt berät Sie gerne über
das Impfverfahren und stellt zur
Impfung entsprechende
Bescheinigungen aus.
Diesen
Bericht über Myxomatose und hämorrhagische
Krankheit (RHD) fand ich beim
lesen im Internet. Ich finde ihn
so Interessant, daß ich ihn
hier einstellte. Beachtet bitte,
in bei Verdacht beiden Fällen
unbedingt den Tierarzt
aufsuchen.