Tierrettung - Hamm n.e.V.   (e.V.  in Vorbereitung)
als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt

 Goldhamster

Informationen zur Haltung von Goldhamstern

Liebe Tierfreunde!

Sie tragen sich mit dem Gedanken einem Goldhamster aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu geben oder haben sich bereits für Ihren neuen Liebling entschieden. Lesen Sie bitte hierzu folgende kurze Hinweise

Allgemeines:

Der Goldhamster ist ein kleines, possierliches Tier und gerade deshalb recht beliebt. Häufig von Zoogeschäften ohne nähere Informationen zur Haltung verschleudert landen sie immer wieder unüberlegt in Kinderzimmern. Hamster sind nachtaktive, empfindliche Tiere, die sie als Kinderspielzeuge absolut ungeeignet machen:

Ein Hamster steht abends auf und geht früh morgens ins schlafen. Immer gerade dann, wenn das Kind schläft ist der Hamster aktiv und umgekehrt. Ein Hamster will tagsüber seine Ruhe. Werden die Tiere regelmäßig tagsüber gestört kann dies zu Verhaltensstörungen führen (z.B. Bissigkeit) und die Lebenserwartung des Tieres sinkt rapide. Des weiteren sind die Tiere durch ihre kleine Größe sehr empfindlich, beißen wenn sie erschrecken und auch die kurze Lebenserwartung von 2-3 Jahren und der damit verbundene Tod ist für ein Kind eine Belastung: Also Hände weg von Hamstern für Kinder!

Käfig:

Ein Hamster braucht viel Bewegung. Ein großer Käfig ist da unabdingbar. Die kleinen in Zoodiscountern und Baumärkten angebotenen Käfige bieten den Tieren nicht den Platz den sie brauchen. Gerade auch für größere Hamsterarten sind diese Käfige eine reine Quälerei. Ein Mindestmaß ist 60 x 30cm ist einabsolutes Minimum. Allerdings kann man einem Hamster gar keinen zu großen Käfig kaufen. Das sollte einem das Tier auch wert sein, auch wenn der Käfigpreis des Käfiges den Kaufpreis des Hamsters um ein vielfaches übersteigt. Es ist auch viel schöner anzuschauen, wie der Hamster in einem großen Käfig "rumwuselt" anstatt in einem kleinen Käfig gelangweilt und depressiv in der Ecke zu sitzen. Große Käfige für Hamster (ca. 100 x 60 cm) gibt es zwar zu kaufen, jedoch bekommt man diese Käfige meist nur, wenn man danach fragt und sie müssen häufig erst bestellt werden. Beim Käfig sollte darauf geachtet werden, dass die Gitterstäbe so engmaschig sind, dass das Tier nicht heraus kann. Geeignet sind z.B. auch Chinchilla- und Vogelvolieren. Hier ist aber darauf zu achten, dass der Hamster nicht tief fallen kann, damit er sich nicht verletzt. ( Ein kleiner Tipp, Fragt mal beim Tierfuttertaxi Ahlen nach. Dort gibt es günstige Käfige.

Ein Terrarium bietet zwar Schutz vor Zugluft und der Hamster kann graben und "schaufeln" ohne, dass alles nach draußen auf den Teppich fällt, allerdings ist der Nachteil eine schlechte Luftzirkulation. D.h. der Hamster bekommt immer nur die stickige und verbrauchte Luft zu atmen. Deshalb sollte man einem Käfig den Vorzug geben und lieber beim Kauf des Käfigs auf eine hohe Bodenwanne achten. Hier kann ihr kleiner Freund sein ganzes Einstreu herumschieben, sich wie in der Natur Höhlen und Röhren bauen, er bekommt genügend frische Luft hinein und der Teppich bleibt auch sauber. Der Käfig sollte aber weder in der Zugluft, noch in der prallen Sonne stehen.

Zum zurückziehen als Ort des Schutzes und zum Schlafen. Ein Haus ist in jedem Falle ein Muss für einen Hamster, denn viele Tiere kommen ohne nicht zur Ruhe, werden verhaltensgestört oder beißen sogar. Leider wird dies auch immer wieder bei der Unterbringung in Zoogeschäften nicht beachtet. Sollten Sie also ein Tier aus einem Geschäft haben in dem die Tiere ohne Haus und Rückzugsmöglichkeit unter einem hellen Licht mit an die Scheibe tatschenden Kindern haben, so wundern Sie Sich nicht, wenn das Tier anfangs beißt. Geben sie ihm ein Haus und etwas Ruhe und Zeit denn Stress zu überwinden. Sollten Sie noch kein Tier haben und sich erst eines aussuchen, achten sie bitte auf solche Kleinigkeiten, denn ein Fluchttier ohne Fluchtmöglichkeit ist immer erhöhtem Stress ausgesetzt. Als Einstreu empfiehlt sich handelsübliches Kleintierstreu, das staubfrei sein sollte. Von Plastikröhren und -teilen sollte Abstand genommen werden. Auch Papprollen können einem Hamster schaden, da diese häufig giftige Klebstoffe enthalten.

Ernährung:

Die im Handel angebotenen Fertigfuttermischungen sind gut als Grundfutter geeignet. Heu sollte, genau wie Wasser immer vorhanden sein. Ein Hamster ist kein Vegetarier. Deshalb sollten auch tierische Eiweiße zugeführt werden, z.B. ein bisschen Frischkäse, gekochter (!) Schinken, ein hart gekochtes Ei oder Quark. An einem Stückchen harten Brot oder Obstbaumästen kann sich das Tier seine Zähne abnagen. Ebenso ist ein Salzleckstein und gelegentliches Zufüttern von Mineralstoffen und Vitaminen zu empfehlen. Natürlich freut sich jeder Hamster unbedingt über täglich frisches Grünfutter. Auf Kohlsorten sollte verzichtet werden oder zumindest nicht viel verabreicht werden, aber über Salat, Löwenzahn, ein bisschen Apfel oder Tomate freut sich jeder Hamster. Hamster stopfen alles in ihre Backen und verstecken das Futter dann in ihrem Bau. Hier kann sich eine ganze Menge ansammeln. Sein Bau/Haus sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden, da z.B. Frischfutter schnell schimmelt. Ebenso sollte die tägliche Futtermenge dem Bedarf des Tieres angepasst werden, da Hamster sonst alles aufheben, sich nur "die Rosinen rauspicken" und sich damit auch einseitig ernähren.

  Haltung:

Eine wirklich artgerechte Haltung in Gefangenschaft ist beim Hamster nahezu unmöglich. Alleine dem Bewegungsdrang nachzugeben sollte man dem Hamster täglich Auslauf gewähren. Dabei muss man darauf achten, dass das Tier keine Kabel o.ä. annagt oder keine zu großen Kletterpartien macht. Auch ein kleiner Sturz kann für einen Hamster tödlich sein. Um dem Tier auch etwas Beschäftigung zu geben, sollte man sich auch viel mit ihm abgeben.

Alter:

Ein Hamster wird in der Regel nur ca. 2-3 Jahre alt.

Zusammengewöhnen:

Hamster sind, bis auf wenige Rassen, Einzelgänger und gehen aggressiv gegen Eindringlinge vor, deshalb ist eine Haltung von mehreren Hamstern im Normalfall bei den meisten Rassen nicht möglich.  

Bei Krankheiten:

Sobald man merkt, dass der Hamster nicht gesund ist sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Dies kann sich unter anderem durch mattes Fell oder apathisches Verhalten bemerkbar machen.

Ausstattung:

Gerade bei kleineren Käfigen ist ein großes Laufrad im Käfig wichtig. Da Hamster viel Bewegung
brauchen bietet nur ein Laufrad in einem Käfig die Möglichkeit dem Bewegungsdrang
nachzugeben. Das Laufrad sollte sicher sein, dass sich das Tier nicht verletzt und dem Tier
entsprechend groß sein. Ebenso ist ein Haus besonders wichtig.

Noch eine Überlegung zum Schluss: Jeder der einen Hamster z.B. im unseriösen Zoodiscounter kauft trägt auch dazu bei, dass die Tiere weiter gezüchtet und unter unnatürlichen Zuständen gehalten werden!

  Wenn Sie Probleme mit Ihrem Tier haben sollten rufen Sie uns doch einfach  an. Vielleicht können wir Ihnen dann weiterhelfen.