Informationen zur Haltung von
Ratten
Liebe
Rattenfreunde,
Sie tragen sich mit dem Gedanken, Ratten aus dem
Tierheim ein neues Zuhause zu
geben, oder haben sich bereits für
Ihren neuen Liebling
entschieden. Um eine artgerechte
und verantwortungsbewusste
Haltung zu ermöglichen, sind
hier die wichtigsten
Informationen zur Haltung vom
Ratten zusammengefasst:
Rattenhaltung allgemein
Vorkommen
und Lebensweise
Die
Vorfahren unserer heimischen
Farbratte war die im 18.
Jahrhundert von China nach
Europa eingewanderte Wanderratte
(rattus
norvegicus), nicht die
Hausratte (rattus
rattus), die es bei uns
bereits seit 2000 Jahren gibt
und die in Mitteleuropa vom
Aussterben bedroht ist. Ratten
sind absolute Gesellschaftstiere
und dürfen keinesfalls einzeln
gehalten werden. Da sie im
Ultraschallbereich kommunizieren
und sehr sozial sind, kann kein
Mensch die Artgenossen ersetzen.
Mindestens zwei Tiere müssen es
sein, ob Gruppenhaltung mit
unkastrierten Rattenböcken, mit
kastrierten Böcken und Weibchen
oder mit Weibchen ist dabei
egal.
Die ersten domestizierten Ratten kamen als
ehemalige Labortiere in die
Haushalte. Das ist u.a. der
Grund, warum kaum eine Farbratte
eines natürlichen Todes,
sondern meist an Tumoren,
Atemwegserkrankungen und anderen
Krankheiten, stirbt.
Käfig
und Auslauf
Der
Käfig sollte einen ruhigen,
zugluftsicheren Standort ohne
direkte Sonneneinstrahlung
haben. Geeignet ist z.B. ein
Streifenhörnchen- oder
Chinchillakäfig oder auch
Vogelvolieren. Außerdem sind
auch selbstgebaute Schrankkäfige
eine gute Alternative. Die
handelsüblichen Rattenkäfige
sind kaum zu empfehlen, da die Käfigtüren
oft viel zu klein sind. Der
Gitterabstand sollte für
Jungtiere 1 cm, für
ausgewachsene Ratten 1,5 cm
betragen. Von einer Außenhaltung
ist wegen des anfälligen
Immunsystems und der
Zugluftempfindlichkeit der Nager
dringend abzuraten. Der Käfig
sollte über mehrere Etagen verfügen
und für 2-3 Tiere mindestens
100cm x 100cm x 80cm groß sein.
Für
jede Ratte sollte ein Häuschen
oder ein anderer Zufluchtsort
zur Verfügung stehen.
Ungiftiges Kletter- und
Nagematerial sind sehr wichtig,
da die Nagezähne ein Leben lang
nachwachsen und abgewetzt werden
müssen. Hängematten, Äste von
(ungespritzten) Obstbäumen,
Dreinagerohre, Seile, umgestülpte
Blumentöpfe und ähnliches sind
preiswerte Einrichtungsgegenstände.
Das Käfigeinstreu sollte
staubarm sein, zusätzlich sind
Heu und Stroh (vorher mind. 42
Stunden einfrieren, wegen
Parasiten) und Küchenrollen zum
Nestbau beliebt.
Der
Käfig muss wöchentlich
komplett gereinigt werden (mit
Wasser. Essig nur bei massiver
Verschmutzung).
Das gehört nicht
hinein:
Laufrad: verursacht schwere Haltungsschäden und kann
Schwanz/Gliedmaßen einklemmen Hamsterwatte:
bildet feine Schnüre und kann
Gliedmaßen abschnüren
Katzenstreu: wird oft gefressen und verklumpt im Magen, so dass die
Tiere qualvoll daran sterben
Vogelsand: ist scharfkantig und führt zu Verletzungen und
Haarspliss, feinkörniger
Chinchillasand ist eine
geeignetere Alternative.
Der
Auslauf muss gefahrlos gestaltet
werden (geringe Fallhöhe, keine
giftigen Pflanzen, keine Kabel
o.ä.) und täglich mindestens 1
Stunde stattfinden. Durch regelmäßige
Abwechslung, wie Kartons, Röhren
und Klettermöglichkeiten wird
er interessanter gestaltet.
Ernährung
Ratten ernähren
sich von tierischem und
pflanzlichem Eiweiß.
Ausreichend frisches Wasser muss
immer zur Verfügung stehen.
Das
Verhältnis sollte aus
mindestens 55 % Kohlenhydrate,
3–5 % Fett und 15–20 % Eiweiß
zusammengestellt sein.
Essensreste sind für Ratten
absolut tabu, weil sie gewürzt,
mit Zuckerzusatz und viel zu
fetthaltig sind. Eine
ausgewogene und richtige Ernährung
ist wichtig, da die meisten
Krankheiten auf Ernährungsfehler
zurückzuführen sind!
Inzwischen
gibt es relativ gute
Alleinfuttersorten für Ratten,
die die Grundbedürfnisse fast
vollständig abdecken. Zusätzlich
sollte man Frischfutter und hin
und wieder auch frisches Eiweiß
füttern (z.B. Insekten oder
auch gekochtes Ei).
Diese Dinge sollten selten und nur in Maßen gefüttert
werden:
Trockenes
Brot, Haselnüsse, Erdnüsse,
Reis und Nudeln (ungewürzt oder
roh), Kartoffeln, Drops,
Rosinen, Knabberstangen, oder
auch Babynahrung.
Obst
und Gemüse sollte öfter auf
dem Speiseplan stehen, vorher am
besten mit warmen Wasser gut
abspülen. Geeignet sind z.B.
Ananas, Äpfel und Birnen (ohne
Kerne, da blausäurehaltig),
Bananen (ohne Schale), Gurken,
Kräuter, Mais, Melone, Salat
(in Maßen, da er Nitrit enthält),
Tomaten, Weintrauben etc.
Zitrusfrüchte
nicht füttern. Ratten stellen
Vitamin C ohnehin selber her.
Der
Tagesbedarf einer Ratte an
Futter liegt bei ca. 20 g, muss
aber bei jeder Ratte ausgetestet
werden. Man sollte sicher gehen,
dass die Ratte nirgendwo
gebunkert hat und etwa die Menge
füttern, bis ein kleiner Rest
im Napf bleibt.
Zuckerhaltige
Nahrung wie z.B. Obst aus der
Dose oder auch Drops, sollte man
in Maßen füttern, da es auch
bei Ratten Karies verursachen
kann. Ratten neigen bei Überangebot
schnell zur Fettleibigkeit und
Diäten schlagen wegen ihres
empfindlichen Stoffwechsels kaum
an.
Farbratten
allgemein
Ratten
sind dämmerungsaktiv. Ihr oft
so gefürchteter Schwanz ist
weder giftig noch überträgt er
Krankheiten. Er reguliert die Körpertemperatur,
über ihn „schwitzen“ die
Ratten. Er ist behaart und
„schuppig“, keinesfalls
nackt.
Ihr
Körpergewicht variiert je nach
Geschlecht und Größe. Der
„gesunde Rahmen“ liegt
zwischen 250 und 600 Gramm. Die
Körperlänge kann 20–30 cm
ohne Schwanz betragen. Der
Schwanz ist meist etwas kürzer
als der Körper, ca. 18-26 cm
lang.
Die
Wahrnehmung erfolgt über die
Vibrissen (Tasthaare) und das
Gehör. Sie nehmen Geräusche im
Ultraschallbereich auf und
kommunizieren auf diese Weise
miteinander. Zwar haben sie
durch ihre Knopfaugen eine recht
gute Rundsicht, sehen aber nicht
wirklich gut.
Ratten
werden bereits mit 5 Wochen
geschlechtsreif und können
zwischen 3-14 (manchmal sogar
noch mehr) Junge zur Welt
bringen. Ihre Lebenserwartung
beträgt 2–3 Jahre, allerdings
liegt die Krebsrate bei 80 %.
Ratten haben im Allgemeinen
leider sehr mit ihrem
Immunsystem zu kämpfen. Ratten
können fast alle Farbschläge,
Fellzeichnungen und auch viele
Augenfarben haben.
Sollten Sie
noch Fragen haben setzen Sie
sich doch einfach mit uns in
Verbindung. Vielleicht können
wir Ihnen dann persönlich
weiterhelfen.