Nymphensittig
Im Jahr 1771 brachte James Cook den ersten
(ausgestopften) Nymphensittich
von Australien nach bereits
England. Mitte des 19.
Jahrhunderts waren
Nymphensittiche so in Mode
gekommen, dass sie zu Tausenden
mit Netzen eingefangen und nach
Europa verschifft wurden. Die
meisten Vögel starben sowohl
auf der Reise, als auch in
Europa, da ihre Bedürfnisse gänzlich
unbekannt waren.
Bereits
1849 waren die Tiere in
Australien vom Aussterben
bedroht, die damalige Regierung
verhängte darauf hin ein
Ausfuhrverbot, das bis heute
gilt.
Eigentlich stammt der Nymphensittich aus den Halbwüsten
und Strauchsteppen Australiens,
er ist ein Schwarmvogel und
sollte daher unbedingt immer mit
mindestens einem Artgenossen
gehalten werden.
Die Haltung mit anderen Sittichen ist zwar möglich,
wegen der verschiedenen Grundbedürfnisse
aber kein Ersatz für einen
zweiten Nymphensittich. Einsame
und gelangweilte Nymphensittiche
schreien extrem laut,
Einzelhaltung ist Tierquälerei.
Käfig
und Freiflug
Die Mindestgröße eines Vogelkäfigs für 2-3
Tiere beträgt bereits 2 m x 1 m
x 1,50 m. Der Käfig sollte zwar
abwechslungsreich gestaltet,
aber auch frei genug für
kleinere Flugaktivitäten sein.
Zur Grundausrüstung gehören:
-
Kolbenhirse
-
Schnabelwetzstein
-
2-3 Näpfe
-
Kalkstein
-
Sepiaschale
-
Vogelsand (mit Anisstückchen)
-
Vogelgrit
-
Schaukel
-
Knabbermaterial aus Holz von
ungespritzten Obstbäumen.
-
Holzsitzstangen mit
unterschiedlicher (!!) Dicke, um
Verkrüppelung der Füße zu
verhindern
Zeitungspapier
bitte nicht im Käfig auslegen,
die Druckerschwärze ist für Vögel
giftig. Kletterseile, Kletterbäume
und Vogelleitern sind zusätzlich
eine willkommene Abwechslung.
Der
Standort sollte zugluftsicher
und hell sein, der Käfig sollte
in einer Ecke stehen, niemals
frei im Raum. Geeignet ist z.B.
das Wohnzimmer.
Nymphensittiche gelten als Australiens schnellste
Flieger, der tägliche Freiflug
ist deshalb extrem wichtig. Zu
beachten ist dabei, dass Vögel
nicht stubenrein werden und auch
viel anknabbern können, da sie
ihren Schnabel wetzen müssen.
Nachts
sollte immer ein wenig Licht
vorhanden sein, den Käfig bitte
keinesfalls abdecken.
Kabel, Deckenfluter (können Vogelfüße
verbrennen), offene Trinkgefäße,
giftige Zimmerpflanzen und
andere Gefahrenquellen müssen
komplett aus dem Weg geräumt
werden. HINWEIS: Nymphensittiche
vertragen überhaupt keinen
Rauch. Für Raucher sind diese
Tiere daher absolut ungeeignet.
Spendenkonto:
Stadtsparkasse Bamberg Konto
14787 BLZ 770 500 00
Zimmerpflanzen
wie
Akazien,
Anemonen, Aronstab, Christrosen,
Dieffenbachia, Eibe, Eisenhut,
Faulbaum, Fingerhut, Goldregen,
Hahnenfußgewächse,
Herbstzeitlose, Hyazinthen, Küchenschelle,
Maiglöckchen, Mistel,
Nachtschattengewächse,
Narzissen, Nelken, Oleander,
Porzellanblume, Primeln,
Rittersporn, Seidelbast,
Stechapfel, Stechpalme,
Tollkirsche, Veilchen,
Wacholder, Weihnachtsstern,
Wolfsmilchgewächse und sicher
noch ein paar mehr sind für
Nyphensittiche giftig!
Eingewöhnung
Von
Anfang an sollte man beruhigend
mit Nyphensittichen sprechen,
aber erst nach 5-7 Tagen
versuchen, sich mit der Hand zu
nähern, da sie die unbekannten
Geräusche und Bewegungen erst
kennenlernen müssen.
Mit
Geduld können sie sehr zahm
werden und sogar lernen, auf
ihren Namen zu reagieren. Als
Antwort auf ihren Namen stoßen
sie einen typischen Pfiff aus,
den sie den Rest ihres Lebens
beibehalten.
Federhaube
Die
Federhaube des Nymphensittichs
ist eine Art Stimmungsbarometer.
Wird sie waagrecht gehalten, ist
der Vogel ruhig und entspannt,
steht sie senkrecht nimmt er
gerade aktiv an seiner Umgebung
teil, stark aufgestellt zeigt
sie Aufregung an und nach hinten
gestellt und gespreizt verkörpert
sie Furcht und/oder Aggressivität.
Ernährung
Vogelgrit: Der Grit ist für die Verdauung unerlässlich. Wenn
der Nymphensittich frisst,
wandert die Nahrung zuerst in
den Kropf, wird dort aufgeweicht
und gelangt schließlich in den
Muskelmagen. Dort wird die
Nahrung zwischen dem Grit und
den Muskelbewegungen
„zermahlen“ und erst so können
die Nährstoffe in den
Organismus gelangen.
Für
Nymphensittiche gibt es
Fertigfutter im Zoofachhandel,
sie ernähren sich hauptsächlich
von Sämereien, Körnern, Obst
und Gemüse, Kräuter- oder
Wildpflanzen (z.B. Vogelmiere,
Petersilie, Katzengras,
Basilikum, ...). Aber auch
gekochte Nudeln, Joghurt oder
Quark werden gerne gefressen.
Folgendes
dürfen sie keinesfalls fressen:
Rohe/Grüne
Kartoffeln, behandeltes Obst/Gemüse,
Kohl, Bohnen, Zitrusfrüchte,
Pflaumen, Rhabarber, Avocado,
gewürzte Speisen, Schokolade o.ä.
Allgemeines
Nymphensittiche
werden 15-20 Jahre, wiegen
80-100 Gramm und werden bis zu
43-50 cm groß. Sie gehören zur
Famile der Papageien. Alle Nymphensittiche haben eine gelbe
Maske mit einem
charakteristischen roten
Wangenfleck, der Körper kann
grau (mit Variationen), gelb
oder auch weiß sein.
Mit
ihren seitlich angesetzten Augen
haben Nymphensittiche fast eine
Rundsicht, können farbig sehen
und pro Sekunde bis zu 100
Bildern aufnehmen (der Mensch
16), so erkennen sie auch im
Schnellflug noch Details.
Wer
Nymphensittiche anschaffen möchte,
sollte in jedem Fall vorher
testen lassen, ob er auf
Vogelstaub allergisch reagiert.
Sollten Sie
noch Fragen haben setzen Sie
sich doch einfach mit uns in
Verbindung. Vielleicht können
wir Ihnen dann persönlich
weiterhelfen.